Das Leben außerhalb der Gruppe

Die folgenden Aussagen beziehen sich auf die Kitas Krögersweg und Am Fleet. Alle Informationen über unsere Außengruppe im Alten Pfarrhaus (Kükengruppe) finden Sie unter „Kita Altes Pfarrhaus“.

Das Freispiel

Während des Freispiels steht den Kindern der gesamt Kindergarten als Spielraum zur Verfügung.

Die Kinder überlegen, was und mit wem sie spielen möchten und gehen dann in den Raum, der das entsprechende Material bereit hält.

Der Spielpartner kann aus der eigenen oder aber aus einer der anderen Gruppen sein. Hier gilt es, Absprachen zu treffen, Kontakte zu knüpfen... Hier gilt es auch, die Regeln in den einzelnen Räumen zu erinnern und einzuhalten.

Das Freispiel bedeutet für die Kinder:

  • freie Wahl des Spielortes
  • freie Wahl des Spielpartners
  • freie Wahl des Spielmaterials und Spielinhaltes
  • freie Wahl der Spieldauer (begrenzt durch die Zeitstruktur)

Das Frühstück

Das Frühstück in den großen Kitas findet in speziellen Räumen in Buffetform statt.

Die Kinder können sich am Buffet bedienen oder aber ihr von zu Hause mitgebrachtes Brot essen.

Jüngere Kinder gehen in der sicheren Begleitung ihrer Erzieherin, andere üben hier selbständig viele (für uns automatisch ablaufende) Handreichungen:

  • Wann möchte ich frühstücken?
  • Mit wem?
  • Was möchte ich frühstücken?
  • Was brauche ich dazu?
  • Gibt es einen freien Platz?
  • Neben wem möchte ich sitzen?
  • Möchte ich mich unterhalten?
Kinder lernen in der Frühstückssituation, Handlungen zu planen und selbständig zu handeln. Sie lernen auch, abzuwarten, Rücksicht zu nehmen und Frustration zu ertragen.

Und auch hier gilt es, sich an Regeln zu halten:

  • Der Platz muss so verlassen werden, dass ein anderes Kind dort gerne früh-stücken mag.
  • Der Frühstücksraum ist kein Spiel- und Toberaum.
  • Tischgespräche sollen keine Raumgespräche werden.

Die MitarbeiterInnen achten auf eine angenehme Atmosphäre beim Essen, auf die Einhaltung der Tischsitten und den richtigen Umgang mit dem Besteck. Wichtig ist uns auch, dass jedes Kind in seinem ureigenen Tempo frühstücken kann.
Zu besonderen Anlässen gibt es auch bei uns das gemeinsame Gruppenfrühstück: manchmal zu Geburtstagen, meist am letzten Tag vor den Ferien. Dann wird der Tisch gemeinsam entsprechend der "Festlichkeit" geschmückt - für alle ist es etwas ganz Besonderes.

 

Es gibt weitere Punkte, die dafür sprechen, das Frühstück aus den Gruppenräumen heraus zu nehmen und in den Frühstücksraum zu verlagern:

  1. In den Gruppenräumen selbst kann auf Tische und Stühle für 20 Kinder verzichtet werden. Wen Sie durch unsere Einrichtungen gehen, werden Sie sehen, dass in manchen Räumen fast völlig auf Tische und Stühle verzichtet wurde. Die Kinder haben somit viel mehr Bewegungsfreiheit.
  2. Das Freispiel muss nicht zugunsten des gemeinsamen Frühstücks unterbrochen werden. Wer frühstücken möchte, unterbricht sein Freispiel, kann aber anschließend dahin zurückkehren.

die Angebotsphase

In unseren Einrichtungen werden Aktivitäten gruppenübergreifend angeboten. Das bedeutet:

  • zu Beginn einer Woche stellen die GruppenerzieherInnen die Angebote der Woche vor.
  • Die Kinder können während des so genannten Blitzlichtes wählen, an welchem Angebot sie teilnehmen möchten. Sie werden jeden Tag erneut gefragt, welches Angebot sie wahrnehmen möchten und müssen sich entscheiden; u. U. aber auch noch bis zum nächsten oder übernächsten Tag warten – denn: die Angebote werden innerhalb der Woche wiederholt, damit auch alle Kinder die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen.
  • Mit Hilfe der Angebotstafel in jedem Gruppenraum können die Kinder immer wieder erkennen, welche Möglichkeiten es gibt und wie viele Kinder an einzelnen Angeboten teilnehmen können.
  • Jüngere Kinder bekommen Unterstützung von Seiten der Gruppenerzieherin.

Ein Beispiel: Ein jüngeres Kind, von dem wir meinen, dass es überfordert damit ist, zwischen mehreren Aktivitäten zu wählen, wird die Erzieherin nur zwischen zwei Angeboten wählen lassen. Sie macht das auch nicht während des Blitzlichtes, sondern während des Freispiels ganz in Ruhe. Nach und nach wird dieses Kind lernen, sich dann wie alle anderen Kinder während des Blitzlichtes für ein Angebot zu entscheiden.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kinder, sofern sie mitentscheiden können, sehr motiviert „bei der Sache“ sind. Und auch dann, wenn wir (ab und zu am „Bestimmertag der Erwachsenen“) einmal für ein Kind entscheiden (von dem wir den Eindruck haben, dass es bestimmten Angeboten ausweicht), ist die Akzeptanz vorhanden.

Eine Überforderung jüngerer bzw. Unterforderung älterer Kindergartenkinder schließen wir aus, indem wir spezielle Angebote – mal für die Kleinen, mal für künftige Schulkinder – machen. Viele Angebote machen wir aber auch ganz bewusst ohne Altersvorgabe.

Beim Tuschen z.B. erfahren die Kinder, dass man nicht „gut" oder „schlecht“ malen kann, sondern „anders“: jeder so, wie er es gerade kann. Kinder erfahren, dass es eine Entwicklung gibt; sie werden immer wieder ermutigt, an ihre „Grenzen" zu gehen.

Die Erzieherinnen halten schriftlich fest, was ein Kind täglich auswählt. Dies ist eine Grundlage für Gespräche im Kolleginnenkreis oder mit Ihnen als Eltern.

Dies alles bedeutet für die Kinder:

  • Berücksichtigung des IST-ZUSTANDES (der Bedürfnisse) eines Kindes
    (Wie geht es mir heute, möchte ich Ruhe oder Bewegung?)
  • Entwicklung während der gesamten Kindergartenzeit vollzieht sich von der Nähe (der Erzieherin) zur eigenständigen Entscheidung (Das will ich heute tun!)
  • Üben von Rücksichtnahme und Toleranz; Abwarten lernen (wenn Angebote schon besetzt sind)
  • Begegnung mit anderen Kindern in verschiedenen Gruppengrößen
  • Umgang mit verschiedenen Erwachsenen

Das Spiel draußen

Im Anschluss an das tägliche Angebot gehen wir mit den Kindern nach draußen zum Spielen – fast bei jedem Wetter. Unsere Außenspielbereiche bieten vielfältige Wahrnehmungs- und Bewegungsmöglichkeiten, rotieren, schwingen, balancieren, klettern, laufen, mit Fahrzeugen fahren, verstecken, in Rollen schlüpfen, buddeln, …

Das Mittagessen

Alle Kinder essen bei uns zu Mittag.

Unser Küchenteam besteht aus einer Hauswirtschaftsmeisterin (Küchenleitung) und zwei Hauswirtschafterinnen. Unser Küchenpersonal wird vom BIPS (Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin) in regelmäßigen Treffen beraten und fortgebildet.

Die Zusammenstellung der Speisepläne erfolgt unter Berücksichtigung bestimmter Ernährungsgrundregeln:

  • wenig Fleisch
  • viel (frisches) Gemüse
  • möglichst täglich ein ausgewogenes
  • „Drei-Sterne-Menue"*

Das Essen wird in unserer Einrichtung im Krögersweg zubereitet und gekocht. Sofort nach der Fertigstellung wird das Essen für die Kinder der Außengruppe, der Krippe und der Kita Am Fleet in speziellen Warmhaltegeschirren dorthin gefahren.

* Ballaststoffe, Eiweiß, Vitamine

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