Jeder ist so, wie er ist

Auf dem Weg von der Integration zur Inklusion

„Inklusion ist das Konzept einer Gesellschaft, in der jeder Mensch akzeptiert wird und gleichberechtigt und selbstbestimmt teilhaben kann - unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft, Religionszugehörigkeit, Bildung, Behinderung und sonstigen individuellen Merkmalen.
Es gibt keine definierte Normalität, die jedes Mitglied anzustreben oder zu erfüllen hat. Normal ist allein die Tatsache, dass Unterschiede vorhanden sind. Diese Unterschiede werden als Bereicherung empfunden und haben keine Auswirkungen auf das Recht auf Teilhabe."

(Andrea Schöb, 2013)

Die Einrichtungen der Bremischen Evangelischen Kirche blicken auf eine lange Tradition der Integrationsarbeit. Mittlerweile wurde das Konzept der Integration durch das der Inklusion erweitert.

Inklusion ist ein wesentlich weiter gefasster Begriff – er bezieht sich auf ALLE Menschen, die in unserer Einrichtung zusammenkommen.

Es gibt keine Norm für das Menschsein.
Es ist normal verschieden zu sein.

Richard von Weizsäcker

Für uns bedeutet das zu überlegen …

  • Welche Kompetenzen bringen  Kinder mit, auf denen wir aufbauen können?
  • Welche räumlichen Bedingungen müssen wir schaffen, damit  Kinder ungehindert bei uns leben können?
  • Welche personellen Voraussetzungen müssen wir schaffen, damit  Kinder die notwendige Förderung erhalten?
  • Welche Bedingungen müssen wir schaffen, damit  Kinder vielfältige und sinnvolle (Lern)-Erfahrungen machen können?

Diese Fragen wir uns bei jedem Kind!

Im Kitabereich gibt es Schwerpunkteinrichtungen, in denen pro Kita-Gruppe in der Regel vier Kindern mit einem besonderen Förderbedarf betreut werden. Diese Schwerpunktgruppen werden dafür mit einem besonderen Stundenvolumen ausgestattet. In unserer Einrichtung ist das die Kita Am Fleet. In diesen Schwerpunkteinrichtungen/-gruppen arbeiten auch die MitarbeiterInnen des Frühförderzentrums der Bremischen Evangelischen Kirche (HeilpädagogInnen, KrankengymnastInnen, LogopädInnen, ErgotherapeutInnen …), je nach Förderstufe des einzelnen Kindes ausgestattet mit einem bestimmten Stundenschlüssel. Innerhalb dieses Stundenschlüssels findet die gezielte Förderung der Kinder statt und die Beratung der Eltern in Kooperation mit den pädagogischen Fachkräften. Wenn heilpädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt wird, beraten Kindergarten und Krippe über die Möglichkeiten entsprechende Hilfen zu bekommen.

So geht es weiter:

Die Eltern stellen dann in Kooperation mit dem Frühförderzentrum in der Kita einen Antrag auf die Überprüfung des Förderbedarfs, der wird an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet. Von dort erhalten die Eltern anschließend eine Einladung zur Vorstellung bei der GesundheitsamtsärztIn. Wenn die Einschätzung der ÄrztIn vorliegt, kann die Förderung in der Kita beginnen.

Der Wunsch inklusiv zu arbeiten, ist zu einem unverzichtbaren Teil und gleichermaßen zu einer Bereicherung und Herausforderung unserer Arbeit geworden. In einem selbstverständlichen MITEINANDER von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung versuchen wir, Vorurteile und Berührungsängste abzubauen.

Wir hoffen sehr, dass wir zukünftig in allen unseren vier Standorten inklusiv arbeiten können.

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